Gemischte Gefühle

In ihrem Stück „NUMB – Völlig betäubt“ fühlt der kleine Lukas plötzlich überhaupt nichts mehr. Die „Magischen Stückraths“ der Otto-Stückrath-Schule hingegen haben damit keine Probleme. Ich (Annika) habe mich online mit den Dritt- und Viertklässler*innen und ihrer Lehrerin Cristina
Schwarz getroffen und die ein oder anderen Emotionen zu ihrem Stück und der jetzigen Situation erfragt.

Vorab: Woher kommt denn eigentlich der Name „Die Magischen Stückraths“?
Fr. Schwarz: Mit der damaligen AG wollten wir uns vor sechs Jahren mit dem Musical „Wicked“ bei den Wiesbadener Schultheatertagen bewerben. Aus Copyright-Gründen ging das aber nicht so ohne Weiteres. Deshalb haben wir das Musical etwas abgeändert und aus „Wicked“ wurde „Unsere
Schule – Magisch Vertanzt“. Daraus entstand dann der Name für unsere Gruppe. Der wurde seitdem einfach nicht mehr geändert.
Außerdem passt er auch immer noch: Jedes unserer Stücke ist irgendwie magisch angehaucht!

Anita als Hexe – na, wenn das nicht magisch ist!

Die Kinder seid aus zwei unterschiedlichen Jahrgängen. Fällt das denn manchmal auf?
Charlotte: Meistens ist das egal, aber manchmal beim Texte Lernen merkt man es.
Alle: Es fällt eigentlich nicht auf.

Was gefällt euch besonders am Theaterspielen?
Janosch, Haticenur: Uns macht es Spaß, eine Rolle spielen zu können. Jemand anders zu sein.
Hariya: Mir gefällt es, dass wir singen und tanzen können!
Anastasia: Ich stehe einfach gerne auf der Bühne, und habe Spaß, mit den anderen zusammen zu spielen.
Laura: Ich bin durch eine Freundin von mir in die Theater-AG gekommen. Das war letztes Jahr. Seitdem bin ich dabei geblieben, weil es mir so gut gefallen hat.
Charlotte: Beim Schauspielern fühle ich mich einfach frei.
Emilie: Man kann dabei auch Gefühle ausdrücken, die man hat, ohne dabei jemanden zu verletzen. Zum Beispiel, wenn man wütend oder traurig ist, kann man das beim Theaterspielen rauslassen.
Malu: Spiele spielen!

Wie kamt ihr auf das Thema für euer Stück? Wie habt ihr angefangen, zu arbeiten?
Charlotte: Wir haben uns erst verschiedene Märchen angeschaut.
Laura: Dann haben wir Rollen bekommen und wurden in Gruppen aufgeteilt. In denen sollten wir Szenen zu verschiedenen Gefühlen entwickeln.
Charlotte: Die Szenen wurden danach aufgeschrieben und zusammengemixt!
Fr. Schwarz: Genau, ich habe sie aufgeschrieben, damit die Kinder später auch einen Text hatten, den sie lernen konnten. Außerdem achte ich bei jedem Stück darauf, dass wir ein Oberthema haben und setze die Szenen nach einem roten Faden zusammen.

Wie kam bei euch die Idee, sich beim HSTT zu bewerben?
Fr. Schwarz: Ich habe so davon geschwärmt, weil ich vor 2 Jahren schon mal dabei war. Die Schwester von Janosch war da noch mit in der Gruppe.
Janosch: Deshalb bin ich auch schon länger bei den magischen Stückraths und bin auch da schon mitgekommen.
Fr. Schwarz: Die Kinder hat natürlich sehr überzeugt, dass es wie eine Klassenfahrt ist, nach Schlitz zu fahren. Außerdem war unser Stück so weit fertig, deshalb hat es einfach gepasst.

Inwiefern haben sich euer Stück und eure Herangehensweise geändert, seit die Schulen geschlossen wurden?
Fr. Schwarz: Die Viertklässler sind erst seit einer Woche wieder da und die Drittklässler seit gestern, deshalb haben wir uns bisher nur einmal getroffen. (Anm.: Das Interview fand bereits Ende Mai
statt, inzwischen haben sie sich schon öfter gesehen.)
Emilie: Wir haben ein Begrüßungsspiel gespielt, bei dem jedes Kind seinen Namen sagt und dazu eine Bewegung macht. Die Leute, die zuschauen, können die Bewegung dann mitmachen.
Charlotte: Außerdem haben wir Fotos zu verschiedenen Gefühlen gemacht. Wir haben verschiedene Emotionen aus dem Stück genommen und die mit unseren Gesichtern dargestellt.
Fr. Schwarz: Aus den Gefühlsfotos haben wir mit PowerPoint auch ein Ratespiel erstellt. Die Zuschauer sollen überlegen, welche Emotionen damit ausgedrückt werden. Man kann dabei natürlich auch drüber nachdenken, wie man selbst sie dargestellt hätte. Und wie sieht es mit den ursprünglichen Szenen aus eurem Stück aus? Habt ihr davon etwas
gefilmt?
Fr. Schwarz: Gefilmt haben wir davon leider nichts. Bisher haben wir die PowerPoint und die Begrüßung. Geplant ist aber, dass die Kinder in ihren Kostümen noch etwas zu den Gefühlen erzählen und das dann gefilmt wird. Hätten wir geahnt, wie die Situation werden würde, dann hätte ich natürlich Teile des Stücks schon aufgenommen. Aber auch als wir Zuhause waren, sind die Kinder fleißig gewesen.
Charlotte: Wir konnten nämlich eine Szene, die wir mochten, in einem Schuhkarton nachbasteln. Ich hab‘ meine mit der Wut genommen.
Fr. Schwarz: Malu hat zum Beispiel die Szene mit der Trauer gebastelt und Anastasia hat die Blumenwiese aus Playmobil nachgestellt.
Janosch: Ich hab‘ meine Sachen gerade nicht dabei.

Wie schön, dass ihr auf so unterschiedliche Arten mit der ganzen Situation umgehen konntet! Seid ihr denn zufrieden mit dem, was ihr auf die Beine gestellt habt?
Alle: Ja!
Laura, Emilie: Es ist total cool geworden.
Emilie: Ich find‘ es schön.
Charlotte: Ich find‘ das Stück verrückt. Ich habe Angst vor dem Stück, falls etwas schiefgeht. Ich bin traurig in dem Stück und ich bin wütend in dem Stück!

Ob am ursprünglichen Stück oder von dem was ihr jetzt gemacht habt: Was hat euch denn am meisten gefallen?
Charlotte: Ich mochte die Bewegungen und die Gefühlsfotos, weil man machen konnte, was man wollte! Aber ich finde es schade, dass ich meine Szene jetzt nicht mehr machen kann. Das war die Wut-Szene. Ich hatte eine Sense und konnte tanzen!
Emilie: Mir hat es gefallen, die Gefühle darzustellen. Deshalb mochte ich die Fotos am meisten.
Laura: Von den neuen Sachen habe ich bisher nur die Fotos gemacht, deshalb mochte ich die am meisten. Aber in unserem Stück mochte ich die Wutszene auch. Da sind wir mit Lukas beim Teufel und die beiden werden unglaublich wütend.
Hariya: Ich bin eine Blume in der Blumenwiese und hatte total viel Spaß beim Tanzen. Und wir haben eine Maschine dargestellt, das war auch lustig.
Anastasia, Ksenja: Das Basteln hat uns viel Spaß gemacht!
Janosch: Ich mochte das Basteln auch. Aber die Kamera hat mir nicht gefallen.

Das klingt so, als hättet ihr viel Spaß gehabt! Obwohl ihr eigentlich lieber hingefahren wärt: Freut ihr euch auf den Festakt Ende Juni?
Laura: Ja, auch wenn wir bisher gar nichts davon wussten.
Fr. Schwarz: Stimmt, ich habe den Kindern gerade erst erzählt, dass wir an dem Tag zusammen hier im Klassenzimmer sind und uns den gemeinsam anschauen. Wir machen dann ein bisschen „Party“ – mit genügend Abstand natürlich.
Alle: Das wird cool!

Wie schön, das wird dann trotzdem ganz schön aufregend. Habt ihr denn abschließend noch irgendetwas, was ich aufschreiben soll?
Charlotte: Theater ist gut!

Und da kann ich ihr nur zustimmen.
verfasst von Annika aus dem Journalismusteam

1 Comments

  1. Pingback: Unser Beitrag zu den Hessischen Schultheatertagen – “NUMB – völlig betäubt” | Otto-Stückrath-Schule

Leave Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.