Ein Theaterstück ohne Proben

Die beiden Journalistinnen Hanna (24) und Sina (18) haben die Klasse 6a der freien Waldorfschule Darmstadt am 29.05.2020 per Videocall interviewt. Die Gruppe “Springles” stellt das Märchen “Der Teufel mit den drei goldenen Haaren” in zeitgemäßer Sprache vor.

Habt ihr extra Theaterunterricht in der Woche?
Lisann: Ich nehme schon länger Theaterunterricht, aber nicht speziell für dieses Stück.

Was hat euch am meisten Spaß gemacht und warum?
Ilja: Sich in die Rolle hineinzuversetzen und ein anderer Mensch zu sein. 
Lisann: Ja, sich in die Rolle hineinzuversetzen und das Projekt zusammen mit der Klasse zu machen. Ich stehe gerne auf der Bühne. 
Neela: Ich finde es schön mit der Klasse zusammen an einer Sache zu arbeiten.
Carlos: Jeder aus der Klasse hat eine Rolle und wird gebraucht.
Sarah: Ich mag es die Organisation zu machen, wie zum Beispiel die Kostüme. Und man kann gucken, was die Leute damals für Kleidung trugen.

Wie weit seid ihr mit dem Stück gekommen?
Carlos: Lisann und ich sind schon etwas weitergekommen, da wir unsere Rollen früher bekommen haben. Wir haben das Stück schon ein paar Mal mit der Klasse durchgelesen, aber zum Proben hatten wir noch keine Zeit. 
Lisann: Die Organisation, wer Kostüme und Requisiten mitbringt, wurde auch schon geklärt. 

Wie kamt ihr auf das Märchen “Der Teufel mit den drei goldenen Haaren”?
Lisann: Wir brauchten ein Stück, wo es viele Rollen gibt, da wir eine große Klasse sind und keine kleine Theatergruppe. Außerdem sollte jede Rolle wichtig sein.
Sarah: Wir wollten für die ganze Grundschule ein Stück aufführen, was nicht brutal ist und ein bisschen lustig ist.

Wart ihr mit eurer Rolle zufrieden oder habt ihr euch eine andere Rolle gewünscht?
Carlos: Ja, mir gefällt meine Rolle.
Neela: Wir haben aufgeschrieben, welche Rolle wir uns wünschen und Frau Springer hat sie ausgewählt. Ich war zufrieden, da ich eine Rolle bekommen habe, die ich mir gewünscht hatte.
Sarah: Ich wollte nicht viel auf der Bühne stehen, deshalb bin ich mit meiner kleinen Rolle zufrieden.
Ilja: Ich habe nichts auf den Zettel geschrieben und mich überraschen lassen. Ich bin glücklich mit meiner Rolle.

Was ist besonders an eurer Rolle?
Lisann: Ich bin eine Hauptrolle und das Besondere an meiner Rolle ist, dass die Rolle gut zu mir passt, da ich manchmal ein kleiner Teufel bin. 
Carlos: Ich spiele auch eine Hauptrolle. Das Besondere am Glückskind Felix ist, dass er den Bösen immer wieder entwischt. 
Ilja: Mir gefällt am Teufelchen, dass es frech, faul und süß ist, einfach anders als andere.
Neela: Als Königin werde ich vom König nicht gut behandelt, aber versuche dies zu überspielen. Außerdem versuche ich, eine Bindung zwischen der Prinzessin und dem König aufzubauen, da sie sich nicht so gut verstehen.
Sarah: Ich habe eine kleinere Rolle als Julia, aber dafür bin ich Souffleuse und flüstere den anderen ihren Text zu, wenn sie diesen vergessen.
Fabian: Ich stehe nicht so gerne auf der Bühne, deswegen habe ich eine kleine Rolle. Ich spiele den Räuberjungen Urs.

Was hat sich durch die Coronazeit an eurem Stück verändert?
Lisann: Es ist schwerer den Text zu lernen, wenn man sich nicht persönlich sieht. Dadurch kann man sich nicht so gut in die Rolle hineinversetzen.
Ilja: Ich übe mit meiner Mutter, deswegen ist es für mich nicht so schwer den Text zu üben und mich in die Rolle hineinzuversetzen.
Carlos: Es hat sich sehr viel verändert, da wir nicht proben können. Wir sollten unsere Texte auswendig lernen. Die Rollenbilder hätten wir ohne Corona wahrscheinlich nicht gemacht. 
Neela: Wir konnten den Text nur zu Hause lernen und nicht zusammen auf der Bühne, das ist schade.
Frau Springer: Am meisten lernen die Schüler*innen durch das Tun und nicht durch das Auswendiglernen. 
Sarah: Ein Teil von uns hat über das Telefonieren die Rollen geübt. 

Wie sieht eure weitere Planung aus?
Frau Springer: Wir planen das Theaterstück zu einem späteren Zeitpunkt aufzuführen, denn ich finde, wenn man etwas angefangen hat, sollte man es auch zu Ende bringen. 

Wie seid ihr auf das HSTT gekommen?
Lisann: Frau Springer hat uns davon erzählt und uns gefragt, ob wir mitmachen wollen. Manche waren sofort dafür und manche erst etwas unsicher. Doch zum Schluss konnten wir alle überzeugen mitzumachen. 

Wie kamt ihr auf den Namen „Springles“?
Lisann: Ein Junge aus unserer Klasse hatte Hunger und hat von Pringles geredet.  Da unsere Lehrerin Springer mit Nachnamen heißt, haben wir diese beiden Namen kombiniert und dann kam „Springles“ dabei heraus. Der Name passt sehr gut zu uns, da unsere Klasse sehr verfressen ist.

Wie findet ihr das digitale HSTT als Notlösung?
Carlos: Es ist eine Lösung, aber es ersetzt nicht das Theaterspielen. 
Neela: Besser als gar nichts, aber schöner wäre es auf der Bühne zu spielen.
Frau Springer: So konnte man am Ball bleiben und das Theaterstück nicht vergessen. Jeder hat sich mit seiner Rolle beschäftigt. Jetzt müssen wir nicht von vorne anfangen und können einfacher nach den Sommerferien wieder einsteigen. Das finde ich toll!

verfasst von Sina und Hanna aus dem Journalismusteam